ZIM-Richtlinie 2026: Förderbedingungen, Zuschüsse & Tipps
ZIM-Richtlinie 2026 erklärt: höhere Zuschüsse, neue Zielgruppen und einfachere Anträge, so sicherst Du Dir optimale Förderung für Deine FuE-Projekte.

ZIM-Richtlinie 2026: Förderbedingungen und Zuschüsse
Die ZIM-Richtlinie hat sich seit dem 1. Januar 2025 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erheblich verbessert. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bietet jetzt höhere Zuschüsse und erweiterte Fördermöglichkeiten, die KMU bei der Umsetzung innovativer Forschungs- und Entwicklungsprojekte noch gezielter unterstützen. Die wichtigsten Änderungen umfassen erhöhte Förderbudgets, vereinfachte Antragsbedingungen und bessere Chancen für junge Unternehmen.
Was ist die ZIM-Richtlinie?
Die ZIM-Richtlinie bildet die rechtliche Grundlage für Deutschlands wichtigstes Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Sie ist technologie- und branchenneutral ausgelegt und richtet sich an Unternehmen mit weniger als 500 Vollzeitmitarbeitern, maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Bilanzsumme. Seit der Novellierung können sich auch junge Unternehmen und Forschungseinrichtungen verstärkt an Innovationsnetzwerken beteiligen.
Das Programm zielt darauf ab, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit deutscher KMU zu stärken. Dabei werden sowohl Einzelprojekte als auch Kooperationen zwischen Unternehmen oder zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gefördert. Voraussetzung ist eine Betriebsstätte in Deutschland zum Zeitpunkt der Auszahlung.
Neue Zielgruppenerweiterung
Ein wesentlicher Punkt der novellierten ZIM-Richtlinie ist die Erweiterung der antragsberechtigen Zielgruppen. Neben den klassischen KMU können nun auch junge Unternehmen (gegründet vor weniger als 10 Jahren) von besonderen Konditionen profitieren. Forschungseinrichtungen erhalten erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten, insbesondere bei Innovationsnetzwerken.
Die Regelung für internationale Kooperationen wurde ebenfalls präzisiert: In Kooperationsnetzwerken sind bis zu 1.000 Mitarbeiter je Unternehmen möglich, was größeren Mittelständlern neue Chancen eröffnet.
Förderfähige Projekte und neue Möglichkeiten
Einzelprojekte
Unternehmen können eigenständige Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen. Diese müssen einen klaren Innovationscharakter aufweisen und dürfen nicht vor Antragstellung begonnen worden sein. Routineentwicklungen und reine Anpassungen bestehender Produkte sind ausgeschlossen.
Kooperationsprojekte
Mindestens zwei Unternehmen oder ein Unternehmen mit einer Forschungseinrichtung oder Universität können gemeinsam innovative Projekte entwickeln. Kooperationen ermöglichen höhere Fördersätze und den Zugang zu ergänzendem Fachwissen.
Innovationsnetzwerke
Nationale Netzwerke benötigen mindestens sechs KMU, internationale Netzwerke mindestens vier deutsche und zwei ausländische KMU plus eine Forschungseinrichtung. Diese fördern den systematischen Wissenstransfer und die langfristige Zusammenarbeit.
Ergänzende Maßnahmen
Durchführbarkeitsstudien können mit bis zu 12 Monaten Laufzeit gefördert werden. Markteinführungsmaßnahmen haben eine Antragsfrist von bis zu 18 Monaten und unterstützen den Übergang von der Entwicklung zur kommerziellen Verwertung.

Förderung ZIM: Zuschüsse und Förderhöhen 2025
Die Förderquoten variieren je nach Unternehmensgröße, Alter, Standort und Projektart:
Kleine Unternehmen in strukturschwachen Regionen:
- Einzelprojekte: bis zu 45%
- Kooperationsprojekte: bis zu 55%
- Internationale Kooperationen: bis zu 60%
Kleine junge Unternehmen:
- Einzelprojekte: bis zu 45%
- Kooperationsprojekte: bis zu 50%
- Internationale Kooperationen: bis zu 60%
Mittlere Unternehmen:
- Einzelprojekte: bis zu 35%
- Kooperationsprojekte: bis zu 40%
- Internationale Kooperationen: bis zu 50%
Die maximalen Förderbudgets wurden erheblich angehoben: Einzelprojekte können nun bis zu 690.000 Euro erhalten (vorher 550.000 Euro), Kooperationspartner bis zu 560.000 Euro (vorher 450.000 Euro). Für Forschungseinrichtungen liegt die Obergrenze bei 280.000 Euro (vorher 220.000 Euro). Die Gesamtprojektsumme kann bis zu 3 Millionen Euro betragen.
Förderfähige Kosten im Detail
Personalkosten: Direkte Arbeitskosten von Mitarbeitern, die unmittelbar an der Forschung und Entwicklung beteiligt sind. Dazu gehören Ingenieure, Techniker und wissenschaftliche Mitarbeiter. Verwaltung, Management und Vertrieb sind nicht förderfähig.
Externe Dienstleistungen: Aufträge an qualifizierte Dritte für spezialisierte Entwicklungsarbeiten oder Prüfdienstleistungen. Der Einsatz von Freelancern ist möglich, reine Beratungsleistungen jedoch ausgeschlossen.
Gemeinkostenpauschale: Bis zu 20% pauschaler Zuschlag für Strom, Material und Gebrauchsmaterialien. Mit zusätzlichen Posten wie Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung, Gebäudemiete oder Maschinenabschreibungen können bis zu 100% der Gemeinkosten geltend gemacht werden.
ZIM Projekte: Antragsprozess und Bewertungskriterien
Antragsstellen und Zuständigkeiten
Seit 2025 wurde das Antragsverfahren vereinheitlicht:
- Einzelprojekte und Netzwerke: VDI/VDE-IT
- Kooperationsprojekte: AiF Projekt GmbH
Die Antragstellung ist laufend möglich und muss immer vor Projektbeginn erfolgen. Eine frühzeitige Einreichung erhöht die Chancen auf schnelle Bewilligung und ermöglicht einen zeitnahen Projektstart.
Bewertungskriterien für erfolgreiche Anträge
Innovationsgrad: Das Projekt muss über bestehende Technologien hinausgehen und einen messbaren technischen Fortschritt ermöglichen.
Marktpotential: Eine fundierte Marktanalyse mit realistischen Absatzprognosen ist erforderlich. Die wirtschaftliche Verwertung muss plausibel dargestellt werden.
Technische Durchführbarkeit: Der Projektplan muss realistisch und die technischen Risiken beherrschbar sein.
Qualifikation des Teams: Die fachlichen Kompetenzen der beteiligten Mitarbeiter müssen zur Projektdurchführung geeignet sein.
Internationale Kooperationen als Erfolgsfaktor
Projekte mit ausländischen Partnern erhalten erhöhte Fördersätze für deutsche Teilnehmer. Ausländische Unternehmen erhalten zwar keine direkte ZIM-Förderung, können jedoch über eigene nationale Programme unterstützt werden. Dies eröffnet deutschen KMU Zugang zu internationalen Märkten und Technologien.
ZIM Formularcenter: Digitaler Antragsprozess
Das ZIM Formularcenter ist die zentrale Plattform für die digitale Antragstellung. Alle Formulare, Leitfäden und Dokumentvorlagen sind hier verfügbar und werden regelmäßig aktualisiert.
Wichtige Dokumente für die Antragstellung
Projektbeschreibung: Detaillierte Darstellung der technischen Ziele, Arbeitspakete und Meilensteine.
Verwertungsplan: Aufzeigung der geplanten kommerziellen Nutzung der Projektergebnisse.
Kosten- und Finanzierungsplan: Aufschlüsselung aller projektbezogenen Ausgaben und Eigenmittelanteil.
Qualifikationsnachweise: Belege für die fachliche Eignung der beteiligten Mitarbeiter.
Berichtspflichten und Dokumentation
Während der Projektlaufzeit sind je nach Projektart Zwischenberichte erforderlich. Stundennachweise müssen detailliert geführt und Verwendungsnachweise erstellt werden. Bei Kooperationsprojekten kommen zusätzliche Berichte und Zahlungsanforderungen hinzu. Ein strukturierter Abschlussbericht fasst die Ergebnisse zusammen und belegt die ordnungsgemäße Mittelverwendung.
Abgrenzung zur Forschungszulage
Die ZIM-Förderung und die steuerliche Forschungszulage nach § 3 des Forschungszulagengesetzes (FZulG) verfolgen unterschiedliche Ansätze der FuE-Förderung:
ZIM-Förderung:
- Projektbezogener, nicht rückzahlbarer Zuschuss
- Antragstellung vor Projektbeginn erforderlich
- Detaillierte Projektbeschreibung und Bewertung durch Gutachter
- Förderquoten zwischen 25% und 60% je nach Unternehmen und Projekt
- Maximale Förderbeträge je nach Projektart begrenzt
- Administrative Betreuung während der Projektlaufzeit
Forschungszulage:
- Steuerliche Förderung unabhängig von konkreten Projekten
- Rückwirkende Geltendmachung über die Steuererklärung
- Pauschalförderung von 25% der FuE-Ausgaben
- Maximaler Förderbetrag: 4 Millionen Euro jährlich (entspricht 16 Millionen Euro FuE-Ausgaben)
- Keine inhaltliche Projektbewertung erforderlich
Kombinationsmöglichkeiten und Strategien
Beide Förderinstrumente können grundsätzlich parallel genutzt werden, jedoch nicht für identische Kostenpositionen. Eine geschickte Kombination ermöglicht optimale Förderung: ZIM für spezifische Innovationsprojekte mit hohem Risiko, die Forschungszulage für kontinuierliche FuE-Aktivitäten und Grundlagenforschung.
Für KMU mit begrenzten FuE-Budgets ist ZIM oft attraktiver, da die Förderquoten höher sind und keine Eigenmittel vorfinanziert werden müssen. Größere Unternehmen mit kontinuierlichen FuE-Aktivitäten profitieren stärker von der planbaren steuerlichen Forschungszulage.

Strategien für maximale Förderung
Optimale Projektgestaltung
Die Projektkonzeption sollte sich an den Bewertungskriterien orientieren. Ein ausgewogenes Verhältnis von technischem Anspruch und realisierbarem Nutzen erhöht die Bewilligungschancen. Die Einbindung externer Partner kann sowohl die fachliche Kompetenz stärken als auch höhere Fördersätze ermöglichen.
Timing und Vorbereitung
Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend. Marktanalysen, Patentrecherchen und technische Vorstudien sollten bereits vor der Antragstellung vorliegen. Die Zusammenstellung eines qualifizierten Projektteams und die Klärung der Zusammenarbeitsmodalitäten bei Kooperationen sparen später Zeit und vermeiden Verzögerungen.
Professionelle Unterstützung
Die Komplexität des Antragsprozesses macht professionelle Beratung wertvoll. Erfahrene Förderberater kennen die spezifischen Anforderungen und können sowohl die Bewilligungschancen als auch die Förderhöhe optimieren. Die Investition in qualifizierte Unterstützung amortisiert sich meist bereits bei der ersten erfolgreichen Antragstellung.
Fazit: ZIM als Innovationsmotor für KMU
Die novellierte ZIM-Richtlinie stärkt die Position deutscher KMU im internationalen Innovationswettbewerb erheblich. Höhere Förderbudgets, erweiterte Zielgruppen und vereinfachte Verfahren machen das Programm attraktiver denn je. Besonders die verbesserten Bedingungen für junge Unternehmen und internationale Kooperationen eröffnen neue strategische Möglichkeiten.
Die klare Abgrenzung zur Forschungszulage ermöglicht eine optimale Kombination unterschiedlicher Förderinstrumente. Unternehmen können so ihre FuE-Aktivitäten umfassend finanzieren und gleichzeitig Risiken minimieren.
Handeln Sie jetzt: Prüfen Sie Ihre aktuellen Entwicklungsprojekte auf ZIM-Förderfähigkeit und nutzen Sie die verbesserten Konditionen der neuen Richtlinie für Ihren Innovationsvorsprung. Felsaris unterstützt Sie bei der optimalen Antragstellung und maximiert Ihre Fördermittel.
Häufig gestellte Fragen zur ZIM-Richtlinie
Welche Unternehmen sind seit 2025 zusätzlich antragsberechtigt?
Neben den klassischen KMU können sich nun auch junge Unternehmen (gegründet vor weniger als 10 Jahren) und erweiterte Forschungseinrichtungen am Programm beteiligen. In Kooperationen sind Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern zugelassen.
Um wie viel wurden die maximalen Förderbeträge erhöht?
Einzelprojekte können nun bis zu 690.000 Euro erhalten (Steigerung um 25%), Kooperationspartner bis zu 560.000 Euro (+24%) und Forschungseinrichtungen bis zu 280.000 Euro (+27%). Die Gesamtprojektsumme kann bis zu 3 Millionen Euro betragen.
Können ZIM-Förderung und Forschungszulage kombiniert werden?
Ja, beide Instrumente können parallel genutzt werden, jedoch nicht für identische Kostenpositionen. Eine strategische Kombination ermöglicht optimale FuE-Finanzierung bei verschiedenen Projekttypen.
Wie hat sich das Antragsverfahren 2025 verändert?
Das Verfahren wurde vereinheitlicht: Einzelprojekte und Netzwerke werden von VDI/VDE-IT betreut, Kooperationsprojekte von der AiF Projekt GmbH. Die Antragstellung ist weiterhin laufend möglich und muss vor Projektbeginn erfolgen.
Welche Vorteile bieten internationale Kooperationsprojekte?
Deutsche Partner erhalten erhöhte Fördersätze von bis zu 60%. Zudem ermöglichen internationale Kooperationen Zugang zu ausländischen Märkten, Technologien und Forschungskompetenzen bei erweiterten Teilnehmerkreisen.